Story - hella good
19309
page-template-default,page,page-id-19309,theme-audrey,eltd-core-1.1.1,woocommerce-no-js,audrey-ver-1.4,eltd-smooth-scroll,eltd-smooth-page-transitions,eltd-mimic-ajax,eltd-grid-1200,eltd-blog-installed,eltd-default-style,eltd-fade-push-text-right,eltd-header-standard,eltd-sticky-header-on-scroll-down-up,eltd-default-mobile-header,eltd-sticky-up-mobile-header,eltd-menu-item-first-level-bg-color,eltd-dropdown-default,eltd-,eltd-fullscreen-search eltd-search-fade,eltd-side-menu-slide-from-right,eltd-woocommerce-columns-3,eltd-woo-normal-space,eltd-woo-single-thumb-below-image,eltd-woo-single-has-zoom,eltd-woo-single-has-pretty-photo,wpb-js-composer js-comp-ver-6.0.5,vc_responsive
KANADA

ROADTRIP BRITISH COLUMBIA (VANCOUVER - VANCOUVER ISLAND - JASPER - BANFF - CALGARY)

COÏNCIDENCE

die Fügung

Ich glaube an Schicksal und daran, dass sich alles zusammenfügt, dass alles im Leben zur rechten Zeit kommt.

Und dieser Gedanke lässt mich inzwischen vieles entspannter sehen und erleben.

Das Foto auf den neuen Hoodies zeigt den Lake Louise in Kanada, an dem ich im August 2019 war. Wir hatten großes Glück, dass an dem Tag strahlend blauer Himmel war und sich der Berg im glasklaren Wasser spiegeln konnte. 

Das Bild steht für den Ursprung der hella good Geschichte und mein Gefühl vor und während der Gründung. Das möchte ich euch im Folgenden gerne ausführen.

Es folgt ein sehr persönlicher und detaillierter Kanada-Reisebericht, der länger und ausführlicher ist als geplant. Zum einen, weil ich mich bei dieser Geschichte nur ganz schwer kurzfassen kann und zum anderen, weil ich beim Schreiben gemerkt habe, wie gut mir der Rückblick und das Niederschreiben gerade tut…

„Traveling is about finding those things you never knew you were looking for…“

 

August 2019

 

Ich war gerade auf der Salzstraße einkaufen, völlig vertieft in meinen derzeit öden Trott, als eine WhatsApp Nachricht von Anna auf meinem Display aufploppte. 

„Süße, ich weiß nicht, ob Du Urlaub bekommst und es ist auch kurzfristig – aber hättest Du Lust auf Kanada? 🙂 Hätte einen Flug für den 9. August :-* “ 

Kanada? Ich schaue aufs Datum, wir haben den 1. August. Das ist wirklich kurzfristig… und schon im nächsten Moment die absolut beste Anfrage, die ich zu dem Zeitpunkt hätte bekommen können. Ich fühlte mich sowieso gerade etwas eingefahren und unbeeindruckt vom Alltag, dass ich schon einige Sekunden nach der Nachricht ahnte, wo ich am 9. August sein würde – im Flugzeug nach Vancouver. Anna habe ich einige Monate zuvor während meiner Yogalehrer-Ausbildung auf Malta kennengelernt. Ihre ursprüngliche Reisebegleitung ist kurzfristig abgesprungen.

Zum Zeitpunkt Annas Nachricht war ich seit zwei Wochen arbeitslos (oder wie meine Freundin Sonja liebevoll sagen würde „alo“) und somit zeitlich flexibel. Mir war es damals oft unangenehm, wenn ein Job gescheitert war, wenn ICH in einem Job gescheitert war, weil ich mich einfach mal wieder nicht einfinden und sesshaft werden konnte. Ich bin clever, fleißig und zuverlässig – ich hätte sicher schnell einen neuen Job gefunden, jedoch habe ich mich zu dem Zeitpunkt bewusst dazu entschieden, das „auszusitzen“ und mir ein paar Monate Auszeit vom Job zu nehmen, um klare Gedanken zu finden. Ich hatte zuvor viele wechselnde Jobs, bin meistens nahtlos von einem in den anderen gehüpft, habe mich immer fehl am Platz gefühlt, war nie glücklich und hatte aber auch keine Zeit zu reflektieren woran es liegen könnte. Das wollte ich so nicht mehr… Schon während meines letzten Anstellungsverhältnisses wusste ich, dass ich mich selbstständig machen möchte, mein eigenes Ding brauche. Mir fehlte bloß noch die richtige Idee.

Anna und ich telefonierten noch einige Male ausführlich, besprachen die wichtigen Dinge, unsere Pläne, Vorstellungen und das grobe Gerüst; die Vorfreude stieg und ich besorgte mir fix die noch fehlenden Reise-Essentials.

Der Tag der Abreise rückte immer näher und plötzlich kamen auch Zweifel auf, ob ich mir das auch gut überlegt habe und ob die Reise nicht etwas zu spontan ist.

Da ich den Flug nicht von Annas eigentlicher Begleitung umbuchen lassen konnte, habe ich mir einen eigenen, anderen Flug gebucht und war einen Tag vor ihr in Vancouver. Anna hatte von zuhause aus bereits Kontakt zu Aaron von Couchsurfing aufgebaut und mir diesen weitergeleitet, damit ich am ersten Tag nicht alleine in der großen Stadt bin. Ein wenig mulmig war mir natürlich schon, weil ich ihn nicht kannte und Anna ihn ebenfalls nur übers Internet kennengelernt hatte. Ich entschied mich dennoch, den Tag mit ihm zu verbringen, weil ich vom Flug so erschöpft war, dass ich auf eigene Faust wohl nur wenig angestellt und erlebt hätte. 

Aaron hat mich also am Hostel abgeholt und mir die ganze Stadt gezeigt – North & East Vancouver, Deep Cove, Lynn Canyon Park. Er hat mich an die schönsten Orte der Stadt gebracht, wir haben Pizzaslices, Honigdonuts und selbstgepflückte Brombeeren gegessen und sind einfach so durch die Gegend getaumelt. Zu dem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass das der schönste Tag meines Lebens ist, dass ich träume und vor allem, dass ich nie wieder zurück nach Münster kehren und meinen Rückflug canceln möchte. Das Gefühl, was ich an diesem Tag gefühlt habe, kannte ich so nicht in meinem Alltag und wollte das unbedingt öfter erleben. Diese Freude, Unbeschwertheit, Neugier und Freiheit!

Anna kam am zweiten Tag in Vancouver an und Aaron musste ohnehin wieder arbeiten, somit stand unserem Girlstrip nichts mehr im Wege.

Wir blieben vorerst in Vancouver, haben die Stadt hauptsächlich zu Fuß und mit dem Rad erkundet. Nach einigen Tagen holten wir unseren Mietwagen ab, um den Roadtrip zu starten. Der nächste Stop war Vancouver Island – Ucluelet und Tofino, zwei super süße Surferorte. Hier wimmelte es nur so von coolen Leuten, hippen Cafes, Foodtrucks und süßen kleinen Lädchen. Bereits hier ließ ich mich total von den kleinen Shops und deren Sortiment inspirieren. Anna ging einen Tag surfen und ich saß währenddessen am Strand, hab gelesen, Fotos gemacht und Musik gehört, aufs Meer geschaut und ein paar Mal hinter meiner Sonnenbrille vor Freude geweint. Vor allem vor Freude, aber auch, weil ich nicht fassen konnte, dass ich plötzlich einfach so glücklich war wie schon lange nicht mehr und weil ich dieses Glück in meinem Alltag so nie gespürt habe. Das war ein seltsamer Mix aus Freude und Trauer.

Unser Roadtrip führte uns nach einigen Tagen zurück aufs Festland und Richtung Nationalparks. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Kamloops, um die Strecke nicht durchfahren zu müssen, erreichten wir Jasper und unseren ersten Campground.

Die Zeit in den Nationalparks war unbeschreiblich. In den ersten Tagen hatten wir ganz schön Respekt vor dem Wildlife – besonders im Dunkeln, denn es gibt tatsächlich Bären dort – wir haben auch mehrere gesehen. Neben den Hauptattraktionen Lake Louise und Lake Moraine haben wir uns vor allem auch einige kleinere Seen und ruhigere Trails erkundet. Wir waren überwältigt von der Natur und der Ruhe, die wir dort erlebt haben.

Nachdem wir Jasper und Banff erkundet haben, ging die Reise für uns weiter nach Calgary. Anna und ich hatten uns bei Couchsurfing nach einer Übernachtungmöglichkeit umgesehen. Nicht nur, weil wir aufs Geld achten wollten, sondern viel mehr, weil wir mit Aaron so Glück hatten und uns das kanadische Leben und die Menschen interessiert und inspiriert haben. Die Kanadier sind ein so tolles, lebensfrohes Volk und auch Luis, bei dem wir in Calgary übernachten durften, war so herzlich und gastfreundlich, dass es die beste Entscheidung war auf seiner Couch zu übernachten. Wir haben einen ganz tollen Abend verbracht, Bachata getanzt (Luis kommt gebürtig aus Mexiko), gekocht, Wein getrunken und viel gelacht. Da wir in den Nationalparks im Auto geschlafen und sehr auf Luxus verzichtet haben, waren wir beide richtig froh, dass wir eine warme Dusche und eine bequeme Couch für eine Nacht nutzen durften.

Am nächsten Morgen sind wir früh aufgebrochen, weil ein zweistündiger Westernausritt durch die Prärie von Calgary auf dem Plan stand. Anna und ich konnten beide gar nicht fassen wie schön unsere Zeit in Kanada war und was wir alles in so kurzer Zeit erlebt haben.

Nach dem Ausritt wollten wir uns noch Calgary ansehen und haben uns kleinere Viertel rausgesucht, in denen es tolle kleine Läden gab, in denen wir stöbern wollten. Da wir ohnehin beide keinen Platz mehr im Backpack hatten, waren wir nicht wirklich in Shoppinglaune, sondern wollten uns bloß einen schönen Tag machen. In einem dieser Läden habe ich mir dann eine Haarspange gekauft; als wir rausgingen, sagte Anna: „schon verrückt, dass das ein Second Hand Laden war“. Ich war kurz verwundert, weil ich das gar nicht gemerkt habe. Der Laden war so stylisch und hochwertig, dass ich niemals den Eindruck bekommen hätte, dass die Kleidung dort gebraucht war.

Ich glaube DAS WAR DER MOMENT, in dem ich wusste, was ich machen möchte sobald ich wieder in Münster bin. Ein kleiner Laden, in dem es Second Hand Kleidung gibt, in dem man gerne Zeit verbringt und von dem niemand auf Anhieb denken würde, dass die angebotene Kleidung bereits getragen wurde.

Unser letztes Ziel der Reise war Vancouver – back to the start! Wir hatten also eine lange Fahrt vor uns. Ich saß auf dem Beifahrersitz und tippte eine Notiz in mein Handy: „Second Hand Laden“. Ich wollte den Gedanken nicht verlieren. Ganz euphorisch schaute ich Anna an und erzählte ihr die nächsten 100 Kilometer von meinen Plänen, die plötzlich so greifbar waren.

Zurück in Deutschland setzte ich mich direkt an den Businessplan, schaute nach passenden Ladenlokalen und setze alles daran, meine Ideen umsetzen zu können. Nur 3 Monate später unterschrieb ich meinen Mietvertrag an der Salzstraße… Verrückt!

Dass ich das tatsächlich umsetze und dass ich nun, gut ein Jahr später, in meinem eigenen kleinen Second Hand Laden stehe und so zufrieden bin – damit hätte ich niemals gerechnet.

Ich weiß nun, dass es gut war, dass all meine Jobs vorher langfristig nicht funktioniert haben, weil ich dort nicht hingehörte. Ich akzeptiere nun, dass jedes „Scheitern“ und all die Erfahrungen richtig und wichtig waren, genauso lange angedauert haben wie sie sollten und mich an den Punkt gebracht haben, an dem ich nun bin, an dem ich mich wohl fühle und an dem ich einen Sinn in meiner Arbeit sehe und sie gerne mache. 

Das hier soll kein Appell an irgendwen sein, seinen/ihren Job zu kündigen. Ich möchte damit einfach meine Geschichte erzählen und euch mit diesem Text meine Gefühle und meine Stimmung vor und während der Gründung näherbringen, weil darauf alles aufbaut. Wäre ich damals nicht nach Kanada gereist und hätte mir den Abstand vom Job nicht genommen, gäbe es hella good heute so nicht.

Manchmal lohnt es sich, sich Raum zu geben, mehr aufs eigene Gefühl als auf den Verstand, die Eltern oder die Gesellschaft zu hören, seiner Intuition zu folgen und allen Mut zusammen zu nehmen!

 

DEEP TALK ENDE <3

Schön, dass Du da bist!